BfR - Arbutin-haltige Hautaufhellungsmittel gesundheitlich bedenklich

BfR - Arbutin-haltige Hautaufhellungsmittel gesundheitlich bedenklich

Wednesday, 06. March 2013
key words: (4-Hydroxyphenyl)(β-D-glucopy, Arbutin, BfR, Bundesinstitut für Risikobewe, Bedenklichkeit, Hautaufhellungsmittel, Hydrochinon, Scientific Committee on Consum, SCCS, (2R,3S,4S,5R,6S)-2-Hydroxymeth

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Arbutin-haltigen Kosmetika, die in den letzten Jahren vermehrt als Hautaufhellungsmittel (sog. BB-Cremes) - insbesondere in Asien, zunehmend aber auch in Europa - verwendet werden. Durch Stoffwechselprozesse kann Arbutin (4-Hydroxyphenyl-β-D-glucopyranosid) in der Haut in D-Glucose und Hydrochinon gespalten werden. Hydrochinon steht im Verdacht, krebserzeugend zu sein und ist in kosmetischen Mitteln wie Hautbleichmitteln in Europa verboten.

Arbutin wird zu D-Glucose und Hydrochinon hydrolisiert, entweder spontan in sauren Medien oder enzymatisch durch β-Glucosidasen. Das daraus entstehende Hydrochinon kann weiter zu Hydrochinon-Glucuronid oder Hydrochinon-Sulfat metabolisiert werden. Alle dazu notwendigen Enzyme sind in der menschlichen Haut aktiv. Außerdem wurde eine Hydrolyse von Arbutin durch Hautbakterien beschrieben.

Um beurteilen zu können, ob die gesundheitlichen Risiken einer Verwendung von Arbutin den gesundheitlichen Risiken von Hydrochinon entsprechen, müssten, so das BfR, Daten zur Geschwindigkeit des enzymatischen Metabolismus von Arbutin in der Haut herangezogen werden. Entsprechende Daten liegen dem BfR derzeit nicht vor. Darüber hinaus ist von Hydrochinon bekannt, dass es zu paradoxer Hyperpigmentierung (exogene Ochronose) führen kann, für Arbutin gibt es hierzu keine entsprechenden Fallberichte. Die Verwendung von Arbutin ist aber wegen seiner Eigenschaft, Hydrochinon freizusetzen, kritisch zu sehen. Das BfR bewertet daher den Gebrauch von Arbutin in kosmetischen Mitteln als gesundheitlich bedenklich. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (Scientific Committee on Consumer Safety, SCCS) der EU-Kommission bewertet den Wirkstoff derzeit neu.

Quelle:

www.bfr.bund.de (Stellungnahme Nr. 007/2013 des BfR vom 25. Februar 2013)

Hinweis:

Auch die altbekannten Bärentraubenblätter (enthalten z.B. im Fertigarzneimittel Arctuvan®), die bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege eingesetzt werden, enthalten Arbutin. Die antibakterielle Wirkung wird mit dem aus Arbutin oder aus Arbutin-Ausscheidungsprodukten freigesetzten Aglykon Hydrochinon in Verbindung gebracht. Da sich tierexperimentell gezeigt hat, dass das bei oraler Gabe von Zubereitungen aus Bärentraubenblättern entstehende Arbutin-Aglykon Hydrochinon möglicherweise mutagene und schwach kanzerogene Wirkungen aufweist, sollten Arbutin-haltige Arzneimittel ohne ärztlichen Rat nicht länger als jeweils 1 Woche und höchstens 5mal im Jahr eingenommen werden (Fachinformation von Arctuvan® (Stand 09/2011)).


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