FDA-Zulassung für KeveyisTM (Dichlorphenamid)

FDA-Zulassung für KeveyisTM (Dichlorphenamid)

Mittwoch, 12. August 2015
Schlagwörter: Paralyse (hypokaliämisch, per, Hypokaliämische periodische P, Taro Pharmaceutical, 4,5-Dichlorbenzen-1,3-disulfon, 4,5-Dichloro-m-benzenedisulfon, CB 8000, Dichlorphenamide, Diclofenamid, Diclofenamida, Diclofenamide, Diclofenamidum, Keveyis, FDA, Food and Drug Administration, Carboanhydrase-Hemmer, Carboanhydrasehemmer, Paralyse (hyperkaliämisch, pe, Hyperkaliämische periodische, Muskelerschlaffung mit erhöht

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat KeveyisTM (Dichlorphenamid) der Fa. Taro Pharmaceutical Industries Ltd. zugelassen für die Behandlung primärer hyperkaliämischer periodischer Paralysen, primärer hypokaliämischer periodischer Paralysen und verwandter Formen.

Bei den dyskaliämischen periodischen Lähmungen handelt es sich um seltene hereditäre Erkrankungen des muskulären Calcium-, Natrium- oder Kaliumkanals, die mit einer transienten Untererregbarkeit der muskulären Zellmembranen und konsekutiver Muskelschwäche einhergehen. Bei ausgeprägter Hyper- oder Hypokaliämie kann es während einer Attacke sekundär zu Herzrhythmusstörungen kommen. Pathophysiologisch ist den dyskaliämischen periodischen Paralysen eine Unerregbarkeit der Muskelfasermembran aufgrund einer anhaltenden Depolarisation gemeinsam. Kriterien zur Einteilung umfassen u.a. zugrunde liegende genetische Mutationen sowie Veränderungen des Blut-Kalium-Spiegels während der Attacke.

Dichlorphenamid ist ein oraler Carboanhydrasehemmer, der das Enzym Carboanhydrase blockiert, das an einer Vielzahl physiologischer Prozesse beteiligt ist. Der genaue Wirkmechanismus, über den der therapeutische Effekt bei der oben genannten Indikation vermittelt wird, ist bislang unklar.

Die Wirksamkeit von wurde in zwei klinischen Studien untersucht:

- Studie 1 war eine 9-wöchige doppelblinde placebokontrollierte Multizenterstudie, die Patienten mit hypokaliämischer periodischer Paralyse (n = 44) und Patienten mit hyperkaliämischer periodischer Paralyse (n=21) in zwei Substudien einschloss. Für beide konnte unter Dichlorphenamid im Vergleich zu Placebo eine signifikant geringere durchschnittliche Anzahl selbstberichteter Attacken von Muskelschwäche, dem primären Endpunkt, gezeigt werden. Zudem trat im Gegensatz zu Placebo bei keinem Patienten eine akute intolerable Verschlechterung mit Studienabbruch, einem weiteren Endpunkt, auf.

- Studie 2 war eine 35-wöchige doppelblinde placebokontrollierte Multizenterstudie, die sich ebenfalls in zwei Substudien gliederte: eine Substudie bezog Patienten mit hypokaliämischer periodischer Paralyse (n = 42) ein, wobei als primärer Endpunkt die Inzidenz einer akuten intolerablen Verschlechterung mit Studienabbruch festgelegt war, die andere Substudie umfasste Patienten mit hyperkaliämischer periodischer Paralyse, einschließlich Patienten mit Paramyotonia Congenita (n=31) und hatte die durchschnittliche Anzahl selbstberichteter Attacken von Muskelschwäche zum primären Endpunkt. In beiden Substudien wurde ein signifikanter Effekt zugunsten von Dichlorphenamid gegenüber Placebo gezeigt.

Quellen:

www.drugs.com/newdrugs, FDA Approves Keveyis (dichlorphenamide) for Primary Hyperkalemic and Hypokalemic Periodic Paralysis, Meldung vom 10.08.2015

www.keveyis.com, Prescribing Information KeveyisTM, Stand August 2015

S1-Leitlinie Myotone Dystrophien, nicht dystrophe Myotonien und periodische Paralysen, Stand September 2012