AMK-Information: Rote-Hand-Brief zu Cetuximab (Erbitux®):

AMK-Information: Rote-Hand-Brief zu Cetuximab (Erbitux®):

Dienstag, 07. Januar 2014
Schlagwörter: AMK, Arzneimittelkommission der Deu, PEI, Paul-Ehrlich-Institut, RHB, Kolorektalkarzinom, Dünndarm-, Dickdarm- oder End, Rote Hand Brief, EGFR-Antikörper (monoklonal), RAS-Wildtyp-Status, Anti-EGFR, C 225 (ImClone, USA), Cetuximab, Cetuximabum, Erbitux, IMC-C 225 (ImClone), Immunoglobulin G1 (human-mouse, Merck Serono

Bestimmung des RAS-Wildtyp-Status vor Behandlungsbeginn

Die Merck Serono GmbH weist in Abstimmung mit dem PEI in einem Rote-Hand-Brief auf die Notwendigkeit der Bestimmung des RAS-Wildtyp-Status von K-Ras und N-Ras vor Beginn einer Therapie mit Cetuximab hin (1). Die Bestimmung des RAS-Status, insbesondere von K-Ras sollte durch ein erfahrenes Labor mit einer validierten Prüfmethode erfolgen.

Cetuximab ist ein monoklonaler IgG1-Antikörper, der spezifisch gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (Epidermal Growth Factor Receptor (EGFR)) gerichtet ist. Cetuximab ist indiziert zur Behandlung des metastasierenden, EGFR- exprimierenden Kolorektalkarzinoms mit RAS-Wildtyp in Kombination mit einer Irinotecan-basierten Chemotherapie, als Erstlinienbehandlung in Kombination mit FOLFOX sowie als Monotherapie bei Patienten, bei denen die Therapie mit Oxaliplatin und Irinotecan versagt hat und die Irinotecan nicht vertragen. Weiterhin ist Cetuximab indiziert zur Behandlung von Patienten mit Plattenepithelkarzinom im Kopf- und Halsbereich in Kombination mit einer Strahlentherapie oder in Kombination mit einer Platin-basierten Chemotherapie.

RAS-Proteine sind intrazelluläre Signalproteine, die eine große Bedeutung in der Weiterleitung von Wachstumsfaktor-vermittelten Signalen haben. Die post-hoc Analyse einzelner Subgruppen einer klinischen Studie (OPUS-Studie) hat gezeigt, dass vor Behandlung mit Cetuximab der Wildtyp-Status nicht nur von K-Ras im Exon 2 (wie bisher bekannt), sondern von N-Ras und K-RAS und hier jeweils in Exon 2,3 und 4 überprüft werden sollte (1,2). In der OPUS-Studie wurde die alleinige Chemotherapie nach dem FOLFOX-4-Schema (Folinsäure, 5-Fluorouracil und Oxaliplation) mit der Gabe von Cetuximab kombiniert mit FOLFOX-4, verglichen (2). Patienten, die mit Cetuximab und FOLFOX-4 behandelt worden waren und Träger der oben genannten RAS-Mutationen waren, zeigten ein geringeres progressionsfreies Überleben, eine geringere Reduktion der Tumorgröße (ORR) und eine verminderte Überlebenszeit verglichen mit der alleinigen Chemotherapie nach dem FOLFOX-4-Schema. Werden die RAS-Mutationen bei der Auswahl der Patienten, die mit der Kombination aus Cetuximab und FOLFOX-4 behandelt werden sollen, berücksichtigt, zeigte sich für die Kombinationstherapie hingegen ein therapeutischer Benefit (1,2). Vor diesem Hintergrund wurde auch der Warnhinweis für die Anwendung von Erbitux® bei Patienten mit Kolorektalkarzinom entsprechend aktualisiert und umfasst nun alle Patienten mit mutiertem RAS (N-Ras und K-Ras, jeweils Exon 2,3 und 4) sowie diejenigen mit unbekanntem RAS-Status. Die Verwendung von Cetuximab als Zusatzbehandlung zum FOLFOX-4-Schema in diesen Patienten ist kontraindiziert. Bitte melden Sie alle Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Erbitux® an die AMK (www.arzneimittelkommission.de).

Quellen

(1) Merck Serono GmbH; Rote Hand-Brief zu Cetuximab (Erbitux®): Wichtige sicherheitsrelevante Information für Angehörige medizinischer Heilberufe hinsichtlich der Bedeutung des Nachweises des Ras-Wildtyp-Status (Exons 2, 3 und 4 von K-Ras und N-Ras) vor der Behandlung mit Erbitux® (Cetuximab). www.pei.de (6. Januar 2014)

(2) Bockemeyer, C. et al.; Fluorouracil, Leucovorin, and Oxaliplatin With and Without Cetuximab in the First-Line Treatment of Metastatic Colorectal Cancer, J Clin Oncol 2009, 27:663-671