AMK- Information: AkdÄ: Polyneuropathie unter Dronedaron (Multaq®)

AMK- Information: AkdÄ: Polyneuropathie unter Dronedaron (Multaq®)

Dienstag, 30. Juni 2015
Schlagwörter: AMK, Arzneimittelkommission der Deu, Polyneuropathien, AkdÄ, Arzneimittelkommission der deu, Dronedaron, MULTAQ, Antiarrhythmikum, Antiarrhythmika

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert über Fälle von Polyneuropathie unter dem Antiarrhythmikum Dronedaron.

Der strukturell eng mit Amiodaron verwandte Wirkstoff Dronedaron wurde wegen seiner im Vergleich zu Amiodaron geringeren Lipophilie ursprünglich als der Wirkstoff mit geringerem Potential für Neurotoxizität betrachtet.

Mehrere Fallberichte, die in der WHO-Datenbank und der UAW-Datenbank des BfArM dokumentiert sind, deuten darauf hin, dass Dronedaron in seltenen Fällen zu einer Polyneuropathie führen kann. Die AkdÄ berichtet nun über einen Fall, in welchem es nach etwa einjähriger Therapie mit Dronedaron zunächst zu Missempfindungen (Kribbeln, Hitzegefühl) mit verringerter Oberflächensensitivität unterhalb der Knie gekommen war. Die neurophysiologische Untersuchung bestätigte eine Neuropathie. Andere Ursachen für die Neuropathie, wie Diabetes mellitus oder Alkoholismus, lagen nicht vor und weitere Arzneimittel wurden nicht eingenommen. Ein halbes Jahr nach Absetzen des Dronedaron beginnend hatten sich die Symptome langsam bis zur späteren völligen Beschwerdefreiheit zurückgebildet.

Es wird darauf hingewiesen, dass bei Patienten, die unter einer Behandlung Symptome wie zum Beispiel Sensibilitätsstörungen, muskuläre Schwäche, trophische Störungen und reduzierte Sehnenreflexe entwickeln, eine weitere Diagnostik eingeleitet und die Möglichkeit einer Nebenwirkung von Dronedaron frühzeitig in Betracht gezogen werden sollte.

Bitte melden Sie unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit Dronedaron der AMK (www.arzneimittelkommission.de).

Quellen

(2) AkdÄ; "Aus der UAW Datenbank" Entwicklung einer gemischten Polyneuropathie unter Dronedaron (Multaq®). Dtsch. Ärztebl. 2015, (112) 25: 1151f. (19. Juni 2015)