AMK-Information: PRAC/EMA: Ablagerungen Gadolinium-haltige Kontrastmittel...

AMK-Information: PRAC/EMA: Ablagerungen Gadolinium-haltige Kontrastmittel...

Dienstag, 11. Juli 2017
Schlagwörter: [N,N-Bis(2-{[(carboxymethyl)(2, [N,N-Bis[2-[(carboxymethyl)[(m, [N,N-Bis{2-[(carboxylatomethyl, [{10-[(2RS,3SR)-1,3,4-Trihydro, {10-[(1RS,2SR)-2,3-Dihydroxy-1, AMK, Arzneimittelkommission der Deu, EMA, Kontrastmittel, Nebenwirkungen, CHMP, Ausschuss für Humanarzneimitt, Risikobewertungsverfahren, European Medicines Agency, PRAC, Pharmacovigilance Risk Assessm, Arzneimittelnebenwirkungen, Gadolinium-Verbindungen, Ablagerungen, MRA, Magnetresonanz-Angiographie, MRT, Magnetresonanztomographie, (RS)-[10-(2-Hydroxypropyl)-1,4, (±)-[10-(2-Hydroxypropyl)-1,4, Acide gadobenique, Acide gadopentetique, Acide gadoterique, Acide gadoxetique, Acido gadobenico, Acido gadopentetico, Acido gadoterico, Acido gadoxetico, Acidum gadobenicum, Acidum gadopenteticum, Acidum gadotericum, Acidum gadoxeticum, B 19036/7 (Bracco, I), Dihydrogen (N,N-bis{2-[bis(car, Dihydrogen [(±)-4-carboxy-5,8, Dihydrogen [N-[(2S)-2-[bis(car, Dihydrogen-(N-{(2S)-2-[bis(car, Dihydrogen-N,N-bis{2-[bis(carb, Dihydrogen[(10RS)-10-carboxyla, Dihydrogen[(±)-carboxy-5,8,11, Dihydrogen[N,N-bis{2-[bis(carb, Dimeglumini gadopentetas, Dinatriumgadoxetat, Gadobenate dimeglumine, Gadobenic acid, Gadobensäure, Gadobensäure dimeglumin, Gadobensäure, Dimegluminsalz, Gadobutrol, Gadobutrolum, Gadodiamid, Gadodiamida, Gadodiamide, Gadodiamidum, Gadolinium(III)-Ion, Gadopentetate dimeglumine, Gadopentetic acid, Gadopentetique acide, Gadopentetsäure, Gadopentetsäure dimeglumin, Gadopentetsäure, Dimegluminsa, Gadoterate meglumine, Gadoteric acid, Gadoteridol, Gadoteridolum, Gadoterique acide, Gadotersäure, Gadotersäure meglumin, Gadotersäure, Megluminsalz, Gadoversetamid, Gadoversetamida, Gadoversetamide, Gadoversetamidum, Gadoxetate disodium, Gadoxetic acid, Gadoxetsäure, Gadoxetsäure, Dinatriumsalz, Hydrogen [1,4,7,10-tetraazacyc, Hydrogen-[1,4,7,10-tetraazacyc, MP 1177 (Mallinckrodt, USA), Meglumine gadopentetate, Meglumini gadoteras, S 041, SHL 451 A (Schering, D), SQ 32692 (Squibb, USA), [10-[(1RS,2SR)-2,3-Dihydroxy-1

....im Gehirn: PRAC bestätigt Empfehlung vom März

Der PRAC hat nach Revision seiner Empfehlung vom März 2017 auf Begehren betroffener Zulassungsinhaber hin, nun das Verfahren beendet (1). Gemäß der finalen Empfehlung sollen unter anderem die Zulassungen einiger Gadolinium-haltiger Kontrastmittel mit linearen Wirkstoffen ruhen.

Gadolinium (Gd) ist ein stark paramagnetisches Element und eignet sich daher als Kontrastverstärker für bildgebende Verfahren (wie MRT (Magnetresonanztomografie) und MRA (Magnetresonanzangiografie)).

Da freie Gd-Ionen aber hochtoxisch sind, müssen diese für die Verwendung als Kontrastmittel mittels organischer Trägermoleküle komplexiert werden. Die Komplexe sind unterschiedlich stabil. Man vermutet, dass lineare Trägermoleküle weniger stabile Komplexe bilden als makrozyklische Verbindungen, da letztere käfigartige Raumstrukturen um Gd ausbilden (3). Obwohl derartige Komplexe die intakte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden sollten, wurde 2014 erstmals eine Ablagerung von Gd im Gehirn bei Nierengesunden festgestellt, worauf hin im Rahmen von PSUR-Bewertungsverfahren Anfang 2016 die Aussage "passiert die gesunde Blut-Hirn-Schranke nicht" in den Fachinformationen Gd-haltiger Kontrastmittel gestrichen wurde (2). Die EMA selbst initiierte ein Risikobewertungsverfahren (siehe auch Aktuelle Info vom 22.3.16 oder AMK-Nachricht Pharm. Ztg. 2016 Nr. 12, Seite 93). Im Gegensatz zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen, die Gd-Ablagerungen z. B. in der Haut, insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz, verursachen können, wurden bislang noch keine klinischen Folgen einer Akkumulation im Gehirn berichtet.

Der PRAC hat nun seine vorsorgliche Empfehlung vom März 2017 erneut überprüft und bestätigt in einer aktuellen Mitteilung (1), dass für die intravenös zu applizierenden linearen Mittel wie Gadoxetsäure und Gadobensäure, nur noch eine Indikation für die Darstellung der Leber in besonderen Fällen besteht. Überdies soll Gadopentetsäure zur Injektion in Gelenke weiter genutzt werden dürfen, da hierbei eine deutlich geringere Gd-Menge im Vergleich zur i.v.-Gabe zum Einsatz kommt. Bei allen anderen intravenös angewandten linearen Mitteln (Gadodiamid, Gadopentetsäure and Gadoversetamid) sollen die Zulassungen ruhen. Dagegen können die stabileren zyklischen Mittel (Gadobutrol, Gadotersäure und Gadoteridol) weiterhin in den bisherigen Indikationen verwendet werden, allerdings sollten diese in der geringstmöglichen Dosis zur Anwendung kommen.

Die PRAC-Empfehlung wird nun an den CHMP weitergeleitet, der die abschließende Stellungnahme der EMA verfassen wird, mittels derer die Europäische Kommission eine rechtlich bindende Entscheidung für alle Mitgliedsstaaten treffen wird.

Quellen

(1) EMA; PRAC confirms restrictions on the use of linear gadolinium agents. www.ema.europa.eu -> advanced document search -> reference number: EMA/424715/2017 (7. Juli 2017)

(2) EMA; Minutes of the PRAC meeting on 11-14 January 2016. www.ema.europa.eu -> advanced document search -> reference number: EMA/PRAC/92676/2016 (11. Februar 2016)

(3) Lamkemeyer, T. et al.; Gadoliniumhaltige Kontrastmittel — Neueinschätzung des Sicherheitsprofils im Risikobewertungsverfahren aufgrund von Ablagerungen im Gewebe. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (2017) 1:12-16